| 1973 |
Erster
Landes-GAV für Migros-Angestellte, ohne nationale Mindestlöhne.
Vertragspartner Arbeitnehmerseite: VHTL, KV,
Metzgereipersonalverband MPV |
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| 1998 |
SGB-Gewerkschaften
lancieren Kampagne «Keine Löhne unter 3'000 Franken netto».
Bei Migros liegen die tiefsten Löhne bei 2550 Franken pro
Monat (Regionen TI, VS, ...) |
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| 1999 |
VHTL
beginnt tiefe Löhne verstärkt zu kritisieren, und will
vergebens mit Migros-Genossenschaftsbund MGB Verhandlungen
über Festlegung von Mindestlöhnen aufnehmen. |
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| 2000 |
Die
junge Dienstleistungsgewerkschaft unia wird – in Absprache
mit VHTL – auch bei Migros aktiv. Tiefe Löhne, Arbeit auf
Abruf etc. werden kritisiert. Die VHTL macht – nachdem auf
Verhandlungsweg kein Fortschritt möglich war – die Tieflöhne
öffentlich. Die Fernsehsendung «Rundschau» löst mit
ihren Beiträgen über tiefe Löhne bei Migros ein grosses
mediales Echo aus. |
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| 2001 |
Aufgrund
des öffentlichen Drucks werden nationale Mindestlöhne
eingeführt: Per 1.1.2001 auf 3‘000 Franken und auf
1.1.2003 auf 3'300 Franken. |
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| 2002 |
Erneuerung
des GAV per 1.1.2003 mit Kündigungsmöglichkeit erstmals
auf Ende 2004, Termin der voraussichtlichen Gründung der
Gewerkschaft Unia |
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| 2003 |
Migros
verlangt in einem Kodex von ihren Lieferanten, dass sie die
Gewerkschaftsfreiheiten respektieren und Zugang zu den
Arbeitsstätten ermöglichen. |
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| Sommer 03 |
Unia
und VHTL sammeln über 10'000 Unterschriften für eine
Petition für bessere Löhne insbesondere bei erfahrenem und
gelerntem Personal. |
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| Aug. 2003 |
Migros
kündigt den L-GAV gegenüber VHTL auf Ende 2004. Begründung:
Die Fusion zur Gewerkschaft Unia. |
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| Sept. 2003 |
Anschluss
der Gewerkschaft Syna an den L-GAV, ohne Rücksprache mit
den anderen Vertragspartner |
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| 22. Jan. 04 |
Aktionstag
der zukünftigen Unia vor über 200 Migros-Betrieben in rund
100 Orten mit der Forderung nach Respektierung der
Koalitionsfreiheit. |
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| 1. März 04 |
Erstes
Treffen zwischen der Spitze der zukünftigen Unia und der
Migros |
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| Juni, Sept., Nov. 2004 |
Vier
Verhandlungsrunden. Diskutiert werden insbesondere die
Wirkung des absoluten Arbeitsfriedens und die der Einbezug
der Öffentlichkeit bei Konflikten. |
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| 16. Okt. 04 |
Die
Gewerkschaften VHTL, unia, GBI und SMUV fusionieren. |
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| Nov. 2004 |
Es
wird zwischen den Delegationen eine unterschriftsreife
Anschlussvereinbarung ausgehandelt. Diese soll von zuständigen
Gremien von Unia und MGB ratifiziert werden. |
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| Dez. 2004 |
Der
Zentralvorstand der Unia stimmt der Anschlussvereinbarung
zu. |
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| 04 Jan. 05 |
Die
Verwaltung von Migros stimmt der Vereinbarung nicht zu. |
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| 20. Jan. 05 |
Migros
legt KV, syna MPK ein Protokoll über «Grundsätze des
L-GAV» vor, das unter anderem den Ausschluss jeglicher öffentlichen
Auseinandersetzung als Bestandteil des Arbeitsfriedens festhält.
KV, Syna und MPK akzeptieren. |
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| Febr./März 2005 |
Unia
wird über das Protokoll informiert. Neu muss Unia die darin
festgehaltenen Grundsätze akzeptieren, um als
Sozialpartnerin dem L-GAV beitreten zu können. |
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| 6. April 05 |
Der
Unia-ZV stimmt Anschlussvereinbarung zu, aber nicht dem
Zusatzprotokoll. |
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| 16. Aug. 05 |
Nach
Vermittlungsversuchen fasst Unia gegenüber Migros nochmals
ihre Position klar zusammen, welche eine Zustimmung zum «Maulkorb-Protokoll»
ausschliesst. |
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| 29. Aug. 05 |
Die
Migros-Generaldirektion gibt schriftlich bekannt, dass sie
auf ihrer Position beharrt. |
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| 20. Okt. 05 |
Der
ZV von Unia bleibt bei seiner Haltung. Migros verweigert auf
dieser Basis den Beitritt von Unia zum L-GAV |
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| Juli 2006 |
Syna
verlässt den Migros L-GAV – wegen Migros-Diktat und
Maulkorb für Gewerkschaft |
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| Herbst 2006 |
Neuer
L-GAV wird abgeschlossen mit KV und MPV. Kommuniziert werden
bloss Fortschritte, verschwiegen alle Rückschritte (siehe
auch Synopse unter «Vergleich GAV») |